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„Der Hagen-Pakt zwischen der Landesregierung und der Stadt Hagen ist ein starkes Aufbruch-Signal für unsere Stadt!“ So formuliert es der sichtlich begeisterte Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion Hagen und des Stadtentwicklungsausschusses, Jörg Klepper. „Jetzt können wir entschlossener und mit klarer finanzieller Perspektive den Stadtumbau in Angriff nehmen, der im Nachgang des industriellen Strukturwandels der 1980er Jahren lange nicht leistbar war.“
Insgesamt rund 80 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und NRW-Bank Mitteln sollen in den kommenden zehn Jahren zur Umsetzung des Hagen-Paktes zur Verfügung stehen. Das NRW-Ministerium will in Abstimmung mit dem Bund für die Stadt Hagen ein Sonderfördergebiet einrichten, um gesonderte Förderkonditionen zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben zu ermöglichen.
Klepper dankt in diesem Zusammenhang Oberbürgermeister Dennis Rehbein, „der sich bereits vor seinem Amtsantritt massiv für dieses Projekt bei der Landesregierung eingesetzt und im November 2025 eine erste Vereinbarung mit Ministerin Ina Scharrenbach hierzu unterzeichnet hat. „Ich bin froh, dass sich alle Beteiligten einig darin sind, dass dieses Werk nur in einem engen Schulterschluss zwischen Stadt und Land gelingen kann.“
Ebenfalls begrüßt Klepper das Engagement der Hagener Wohnungswirtschaft: „Ohne die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Hagener Wohnungsunternehmen und der Hagener Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH wäre der ‚Hagen-Pakt 2026-2035‘ längst nicht so kraftvoll.“
Besonderen Dank spricht Klepper für die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, Ina Scharrenbach, aus. „Es ist nicht das erste Mal, dass sie in Hagen die richtigen Akzente setzt. Vor über zehn Jahren hat sie mit der Verlängerung des Projekts ‚Soziale Stadt Wehringhausen‘ einen wichtigen Grundstein für das gelegt, was sie heute mit dem ‚Hagen-Pakt‘ weiterentwickelt. Diese Kontinuität und Verlässlichkeit sind für Hagen viel wert!“
Der ‚Hagen-Pakt‘ ist eine Vereinbarung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt mit dem Ziel, den lokalen Wohnungsmarkt zu bereinigen, Problemimmobilien zu beseitigen und die Möglichkeiten städtebaulicher Kriminalprävention – besonders im Bahnhofsumfeld – zu vertiefen. Ein integriertes Sicherheitskonzept soll die Bemühungen zur Quartiersverbesserung unterstützen und Erfahrungen für andere Städte sammeln.
Hagens Stadtgebiet verzeichnet derzeit einen massiven Wohnungsüberhang von 3.200 Wohneinheiten, von denen 350 als Problemimmobilien gelten. In dem vom Hagen-Pakt ausgewiesenen Fokusraum befinden sich 231 dieser Problemimmobilien, also zwei Drittel aller Gebäude dieser Kategorie. Innerhalb des im Pakt ausgewählten Fokusraums sollen mit der Hagener Wohnungswirtschaft in den kommenden zehn Jahren 600 Wohneinheiten zurückgebaut und 1.000 Wohneinheiten modernisiert werden.
Den Fokusraum hierfür hält Klepper sehr treffend gewählt. „Ein Sparziergang durch die Stadt macht deutlich, dass Bereiche der Stadtteile Altenhagen, Eckesey, das Bahnhofsquartier, Teile von Wehringhausen und Haspe dringenden Sanierungs- und Korrekturbedarf vermitteln.“
Als wichtiges Element des Paktes zur Steuerung der europäischen Arbeitsmigration bezeichnet der CDU-Fraktionschef die Einrichtung eines „Europacenters“. Hier sollen neu nach Hagen ziehende Menschen aus EU-Mitgliedstaaten erstberaten und praktisch unterstützt werden. Im Mittelpunkt steht eine dauerhafte berufliche Eingliederung.
Als „bemerkenswert“ charakterisiert Klepper den Ansatz von Ministerin Scharrenbach, die Kunst als Instrument der Stadtentwicklung mitzudenken: „Der AHA!-Effekt – also die ‚Art Hagen Action‘ soll die Aufbruchstimmung unterstützen. Kunstprojekte sollen dazu beitragen, die lokale Geschichte und Identität zu fördern und verborgene Kräfte in den Stadtvierteln zu wecken. Ich glaube, dass in diesem scheinbaren Nebenprojekt eine Menge Potenzial steckt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Stadtteilen neu zu begründen.“
Redaktion: Alexander M. Böhm.

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