Alexander M. Böhm.
Als „wiederholte Missachtung des Wählerwillens“ bezeichnet der CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Klepper den Beitritt von Detlef Reinke zur FDP: „Er wurde bei der Kommunalwahl im September 2025 als CDU-Kandidat mit dem üblichen CDU-Ergebnis in den Rat gewählt. Mit seinem Austritt aus der CDU-Ratsfraktion hat er wenige Wochen später das erste Mal den Wählerwillen ignoriert. Mit dem überraschenden Beitritt zur FDP tut er das nun in einem weit bedeutenderen Maß zum zweiten Mal.“
Sein Beitritt verschafft der FDP im Rat Fraktionsstatus, verbunden mit einem erhöhten Anspruch auf Finanz- und Personalmittel. „Das spiegelt nicht das Wahlergebnis wider. Dafür kann ich kein Verständnis aufbringen“, so Klepper. „Als Wähler würde ich mich hinters Licht geführt sehen. Ich wäre bei der Stimmabgabe selbstverständlich davon ausgegangen, dass er sein Mandat im Sinne der CDU ausfüllt. Für eine FDP hätte er niemals ein Direktmandat errungen.“
Klepper vermisst bei Reinke die nötige Professionalität: „In einer Demokratie gibt es keine Erbhöfe. Als langjähriges Ratsmitglied müsste er das wissen. Mit der jetzigen Entscheidung stößt er den eigenen Wählern noch einmal richtig vor den Kopf. Das wird selbst jene irritieren, die ihm bisher noch unterstützt haben.“
Enttäuscht ist Klepper auch persönlich: „Reinke hat beim Fraktionsaustritt öffentlich beteuert, sich keiner anderen Gruppierung anschließen zu wollen. Keine vier Monate später erinnert er sich nicht mehr daran. Das passt so gar nicht zu seinem Saubermann-Image, das er nach außen gerne verbreitet. Stattdessen verhilft er einer Ratsgruppe zum finanziellen Aufstieg in eine Fraktion, die darin inzwischen eine gewisse Tradition begründet hat. Sauberer und ehrlicher wäre gewesen, er hätte sein Ratsmandat abgegeben und hätte sich politisch zurückgezogen.“
Redaktion: Alexander M. Böhm.

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